Ein fikitvies Intervies mit Gefängnisinsassin Tracey zu ihrer Lebensgeschichte
Im Auftrag der TT („Teens Today“, eine von uns erfundene Jugendzeitschrift) sind wir heute unterwegs im Garrett-Jugendarrest. Wir wollen berichterstatten über die Lebensgeschichten und Wohnqualitäten der jugendlichen Straftäter. Wir befragten zunächst die 16-Jährige Tracey.
Z= Zeitung; T= Tracey
Z: „Tracey, seit wann sitzt du hier schon im Garrett?“
T: „Ich habe aufgehört die Tage zu zählen. Lang genug. 15 Monate auf alle Fälle.“
Z: „So wie du dich anhörst, passt es dir nicht, dass du hier bist…“
T: „Da will ich Sie mal erleben, wie Sie vergammelnd in diesem Loch, verschimmeltes Essen essend, tagsüber und nachts gequält, ohne Zigaretten, ohne Privatsphäre und mit sonst noch allem Schlechten dieser Welt hier gerne sein wollen!“
Z: „Das hört sich ja furchtbar an! Aber warum bist du überhaupt hier?“
T: „Darüber will ich nicht reden, und schon gar nicht mit Ihnen!“
Z: „Nun gut. Das verstehen wir, wie lange wirst du hier denn noch bleiben?“
T: „Circa 2 Jahre, also bis ich 18 bin, dann muss ich rüber, in den Knast, in dem es noch viel härter zugehen soll- ins Frauengefängnis.“
Z: „Das ist heftig. Wie ist das mit deinen Mitinsassen? Kommst du in Kontakt mit den anderen Straftätern? Wenn ja, wie versteht ihr euch untereinander?“
T: „Also, wir können uns unterhalten durch die Gitter, aber eigentlich will jeder hier sein eigenes Ding machen, „Freundschaften“ gibt’s hier schon mal gar nicht. Man kann froh sein, wenn man hier einigermaßen gut klarkommt.“
Z: „Wie stellst du dir deine Zukunft vor, wenn du das Garrett verlassen wirst?“
T: „Ich wünsche mir so einiges. Aber es ist schwer, dies zu erreichen, ich glaube, ich werde erst mal gar nichts tun, so ein Leben da draußen kenn ich nicht mehr. Es ist bestimmt verdammt schwierig, sich an die Freiheit zu gewöhnen.“
Z: „Besuchen dich deine Eltern und deine Familie?“
Tracey schaut auf den Boden, dann verdreht sie die Augen.
T: „Ich glaube, Sie wissen jetzt genug.“
Z: „Vielen Dank, Tracey, und alles Gute!“
T: „Tschüß.“